Marc Odenthal nach Rio

ICH SITZE HIER AM SCHREIBTISCH UND SPITZE MEINEN BLEISTIFT.....

...und ziehe nach meiner Ankunft in Köln ein kleines Resümee der letzten Wochen.
So sehr das Dorf auch zwischendurch unter Wasser stand, so waren die Olympischen Spiele in Rio doch kein totaler Reinfall für mich.
Nach meinem Erstrundenaus gegen den später Olympiasieger Mashu Baker (JPN), auch wenn er da noch kein Olympiasieger war, hatte ich noch 10 Tage in Rio, um das ganze zu verarbeiten und andere Eindrücke von den Spielen zu sammeln.Dabei bin ich zu folgenden ersten Schlüssen gekommen:


Für mich und auch das deutsche Judo war das Ergebnis gleichsam ernüchternd, aber ein stückweit befriedigend muss ich sagen. Befriedigend klingt zuerst komisch, aber ich kann mich diese Gefühls nicht erwehren, denn es hat uns gezeigt wo wir stehen, selbst wenn wir nahezu unser gesamtes Potential abrufen. Nämlich eben noch nicht da wo man sein muss, um wirklich überall und regelmäßig um Medaillen mitzukämpfen, aber doch dort ein volles Team zu stellen und durchaus konkurrenzfähig zu sein. Für einen Athleten und die Trainer und sämtliche andere Betroffenen heißt das, dass man nicht 4 Jahre alles falsch gemacht und Zeit und Energie verschwendet hat. Trotzdem war es auch extrem ernüchternd, denn es führt einem gnadenlos die eigenen sportlichen Unzulänglichkeiten vor Augen und den Haufen Arbeit und die Verbesserung des Systems, die noch vor einem liegen...
Zum Erlebnis Olympia muss ich sagen, dass es absolut erschlagend und überwältigend ist, man fühlt sich 3 Wochen in einer komplett anderen Welt, in dem der Sport so unglaublich geschätzt und zentral ist, wie man es sich als Sportler in den ganzen einsamen Stunden in der Halle, im Wald oder im Kraftraum manchmal erträumt...
Diese Eindrücke werden für immer bleiben und ich werde mich sicherlich mein Leben lang daran erinnern.
Am schönsten, war für mich eigentlich dieses Miteinander unter Athleten, andere Sportler und Sportarten unter totaler Gleichberechtigung und Selbstverständlichkeit zu erleben und kennenzulernen. Das ist für mich der eigentliche Olympische Geist.
Die nächsten Monate steht für mich jetzt erstmal wieder ein "normales" Leben und andere Schwerpunkte als Judo an, worüber ich nach diesen 4 Jahren auch dankbar bin. Ich werde mich erholen, einige Male in der Bundesliga antreten, ein Lehrgang bei meinem Arbeitgeber der Bundeswehr an und der Abschluss meines Studiums.

Besonders danken möchte ich nochmal meinen Eltern und meinem Trainer Stefan Küppers, die mit vor Ort waren und das mit mir erleben konnten und den Jungs von Physiosport Köln in Deutz und Heilsa - Diagnostik Therapie Training, ohne Euch wäre ich nicht so fit gewesen!!!

Außerdem meinem Bundesligaverein TSV Abensberg 1862 e.V., meinem Arbeitgeber Sportfördergruppe der Bundeswehr, meinem Verein 1. Judo-Club Mönchengladbach e.V. und allen weiteren Unterstützer, Freunden und Sponsoren.

Viele Grüße
euer Marc

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